Zur Übersicht

Anbetung / 4 Min. Lesezeit

Die Nahrung des Anbetenden

Ein Impuls über unsere Beweggründe und Gottes Willen als Nahrung für die Seele.

O Alimento do Adorador

Die heutige Botschaft beginnen wir mit einigen Fragen. Bist du bereit? Los geht’s: Was bewegt dein Leben? Was motiviert dich, weiterzugehen? Was sind deine Träume? Für wen lebst du? Warum lebst du? Welche Nahrung sättigt dich – anders gefragt: Was suchst du am meisten, um dich erfüllt zu fühlen und das Gefühl zu haben, vollständig zu sein? Was gibt dir Kraft? Nimm dir wirklich Zeit, darüber nachzudenken. Betrachte, wie du bisher gelebt hast.

Jesu wichtigstes Lebensziel war es, den Willen des Vaters zu tun. Das sättigte seine Seele und trieb ihn an, motivierte ihn weiterzugehen: seinen Auftrag zu erfüllen. Wie traurig wäre es, wenn der Sinn unseres Daseins darin bestünde, Dinge, Titel und Grundstücke zu erwerben, denn all das ist vergänglich. Mit Bedauern stelle ich fest, dass sich heute die meisten Menschen von belanglosen, unwichtigen, austauschbaren und vergänglichen Dingen antreiben lassen. Manche leben auch in der Illusion, sie hätten Kontrolle oder Macht über das Leben anderer Menschen. Angst, Minderwertigkeitsgefühle, Gier und Machtstreben treiben sie an. Andere werden von der Suche nach Liebe, Bestätigung und Annahme bewegt und suchen Anerkennung in ihrer Arbeit oder in ihren Beziehungen.

«Jesus sagte zu ihnen: Meine Nahrung ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden.» Johannes 4,32

Der Beweggrund, aus dem du etwas tust, beeinflusst unmittelbar, wie du es ausführst. Oft möchtest du bestimmte Dinge gut machen. Ist deine Motivation jedoch falsch, wirst du sie schlecht erledigen oder sogar unterwegs aufgeben, ohne selbst zu verstehen, warum. Hast du schon über die vielen Dinge nachgedacht, die du begonnen und nicht zu Ende gebracht hast? Oder über die Dinge, die du abgeschlossen hast, weil du zielstrebig bist oder sie unbedingt erreichen wolltest, nach deren Abschluss du aber Leere verspürt und sofort nach der nächsten Errungenschaft gesucht hast, ohne die vorherige überhaupt zu geniessen? Es ist nie genug.

Falsche Beweggründe missfallen grundsätzlich Gottes Herzen. Wenn beispielsweise jemand einem Menschen kurz vor dessen Tod Gutes tut, um im Testament etwas zu erhalten, statt aus Liebe zu handeln, wird das, was andere als Güte ansehen, in Gottes Augen als Eigennutz erscheinen. Gott lässt sich nicht täuschen. Er sieht alle und weiss alles. Deshalb frage ich dich: Warum tust du, was du tust? Für wen tust du es?

Solange wir unermüdlich versuchen, unsere Wünsche und Begierden zu stillen, wird die Seele nie satt. Es gibt weder Frieden noch wahre Freude, sondern nur die Begeisterung und die angenehmen Gefühle des Augenblicks, in dem wir etwas Gewünschtes erleben. Anders ist es, wenn wir Gottes Willen suchen, für seine Bestimmung leben und unsere eigenen Wünsche aufgeben – mit dem richtigen Beweggrund, nämlich ihm zu gefallen. Dann erfahren wir den Frieden, der allen Verstand übersteigt, und erleben echte Freude.

Als Kinder Gottes und als seine Anbetenden müssen wir bereit sein, den Preis des Gehorsams zu bezahlen, koste es, was es wolle. Auf diesem Weg werden wir oft unsere Wünsche und Vorstellungen aufgeben müssen. So schwer dieser Verzicht auch sein mag: Der Frieden kommt, und die Ergebnisse sind die Früchte des Geistes, die in uns wachsen, sowie Freude in Gottes Herzen. Mein Rat ist, nicht nur schlechte Dinge und falsche Beweggründe für unser Leben und Handeln zu entfernen, sondern an ihre Stelle Gottes Willen als wichtigste Nahrung deiner Seele zu setzen. Mach Gottes Willen zu deinem höchsten Ziel und bitte den Heiligen Geist, dich bei jedem Schritt zu führen. Wollen wir beten?

«Vater voller Liebe und Güte, vergib mir alle falschen Beweggründe, Ziele und Absichten für mein Leben, mein Handeln und mein Streben. Reinige mein Herz. Zeige mir, was entfernt werden muss und was mit deinem Willen in Einklang kommen soll. Vergib mir die vielen Male, in denen ich nur wollte, dass du meine Entscheidungen und Wünsche segnest, ohne nach deinem Willen zu fragen. Heute erkenne ich, dass es vor allem darauf ankommt, das zu tun, was du, HERR, willst. Denn eines Tages habe ich mein Leben in deine Hände gelegt, und auf dieser Erde bin ich nur auf der Durchreise. Ich will nicht aus dem falschen Grund leben oder meine Tage damit verschwenden, mich selbstsüchtig nur mit dem zu sättigen, was ich für das Beste halte. Ich bitte dich, dass mir meine Lebensbestimmung so klar wird, dass ich sehr schnell erkenne, wenn etwas nicht mit dem übereinstimmt, was du, HERR, von mir verlangst. Ich liebe dich. Hilf mir, dir zu gehorchen. Im Namen Yeshuas, Amen.»

Pastorin Andressa Priscila Baumgartner